Wenn Horror zur Realität wird.. (3) [#Writing Friday]

Schönen Samstag allerseits!

Es ist sich leider gestern nicht mehr ausgegangen die Geschichte zu schreiben & hochzuladen, aber da ich das doch diese Woche noch machen wollte kommt der „Writing Friday“ eben diesmal am Samstag 🙂

Bisher war ich eigentlich kein besonders großer Fan von Fortsetzungsgeschichten, doch es kommt immer anders als man denkt und siehe da.. nun steck ich doch tatsächlich selber mitten in einer drin!
Falls ihr gerade neu einsteigt, kommt ihr hier zu den ersten beiden Teilen und werdet danach vermutlich mehr von der Geschichte haben 😉

Wenn Horror zur Realität wird… (1): Jo ist frisch in ein neues Haus gezogen. Was sie nicht weiss, in diesem Haus lebte einmal ein Serienmörder. Beim Einzug, wird ihr aber schnell klar, hier stimmt etwas nicht. Als sie dann zum ersten Mal den Keller betritt… (Schmücke die Geschichte aus und schreibe weiter)

Wenn Horror zur Realität wird… (2): Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein:  Blut, Mordpläne, Spinnenweben, schaurig, Schock

Beim heutigen Thema geht’s um folgendes: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Wir hatten es geschafft, endlich konnten wir nun…” beginnt.

————————————————————————————————————

Oktober 2009
Wir hatten es geschafft, endlich konnten wir nun ohne jeden Zweifel sagen, dass wir an unserem Tiefpunkt angelangt waren, denn recht viel schlimmer konnte es doch wohl nicht mehr kommen.
Begonnen hatte alles vor 11 Jahren. Ich hatte ein halbes Jahr zuvor das Studium abgebrochen, da mein Vater schwer krank wurde und ich zu ihm nach Hause zog um ihn zu pflegen. Meine Mutter war bereits gestorben als ich noch 5 war und meine Schwester ist 2 Jahre zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Das Leben hatte aktuell für meinen Vater und mich also wahrlich nicht sehr viele Sonnenstunden übrig. Ich versuchte dennoch meinem Vater jeden Tag zum Lachen zu bringen, obwohl es mir selbst schwer fiel einen Grund dafür zu finden aus dem Bett zu steigen.
Eines Morgens hatte mein Vater die verrückte Idee mit mir gemeinsam einen Bücherflohmarkt vor unserer Haustür auf die Beine zu stellen. Er meinte, bald komme die kalte Jahreszeit und die Leute bräuchten neuen Lesestoff. Sie müssten nur animiert und von zwei jungen Kerlen wie uns die sich auskennen etwas motiviert werden. Ich solle die Nachbarschaft abklappern und auch deren Bücher sammeln, damit ein schöner Austausch stattfinden könne.
Um ihm eine Freude zu machen – und weil es uns beide auch von unserem trostlosen Alltag ablenken würde – machte ich mich auf den Weg und sammelte alte Bücher aus der Nachbarschaft und verkündete dabei gleich das Datum unseres Flohmarkts an dem jeder herzlich willkommen sein würde.
Die Leute waren sehr freundlich – sie kannten das Schicksal meines Vaters und das Meine – alle beschenkten sie mich mit Büchern und versprachen zu kommen. Das letzte Haus war das von Richard Miller. Im Grunde hätte ich auch umkehren können, da ich bereits genug Bücher hatte, aber unsere Ortschaft war klein und er sollte nicht meinen ich hätte ihn absichtlich ausgelassen. Richard Miller war der Vater von Jack Miller und dessen großen Bruder Tristan. Die beiden waren viel mit meiner kleinen Schwester unterwegs gewesen und zuletzt war Jack auch noch ein Jahr mit ihr zusammen gewesen.
Ich musste mich überwinden endlich die Klingel zu drücken. Jede Sekunde vor diesem Haus kam mir vor wie eine Ewigkeit in der Hölle. Ich war kurz davor mich Abzuwenden, als sich endlich die Tür öffnete und mich Richard mit einem freundlichen Lächeln begrüßte.
„Thomas! Wie schön dich wieder einmal zu sehen! Wie geht es deinem Vater?“
„Danke Richard, es geht ihm heute ganz gut. Er hat gerade eine neue Idee geboren und wenn er sich mal was in den Kopf gesetzt hat, vergisst er seine Schmerzen. Deshalb bin ich auch hier“, begann ich. Um schnell wieder von hier fortzukommen erklärte ich ihm was mein Vater vorhatte und was ich von ihm brauchte. Richard war gleich Feuer und Flamme.
„Was für eine tolle Idee! Ich werde auf alle Fälle vorbeikommen, ich habe Sam schon viel zu lange nicht mehr gesehen! Was die Bücher betrifft… Jack und Tristan haben früher sehr viel gelesen. Die beiden sind im Moment auf der Uni. Sie kommen erst in ein paar Wochen wieder zu Besuch. Ich hab gerade einiges zu tun, aber du kannst dich in ihrem Zimmer gerne selbst umsehen und ein paar Bücher mitnehmen. Ich bin sicher sie haben nichts dagegen“
„Ich habe schon viele gesammelt und wir selbst haben ja auch eine große Bibliothek zu Hause, aber ich werfe gerne einen Blick hinein – womöglich finde ich noch 1-2 Bücher.“, entgegnete ich, da meine Neugier schließlich siegte.
Im Zimmer angekommen ließ ich meine Tasche zu Boden sinken und startete meine Expedition. Gedankenlos ließ ich dabei zwei Bücher in die Tasche fallen um den Schein zu wahren, während ich im Grunde alle Details dieses Raumes in Augenschein nahm, in dem meine Schwester so viel Zeit verbracht hat, bevor sie starb.

Mein Blick fiel auf die Deko, die Poster, die Fotos, all den Schnickschnack der hier rumstand. In einer Ecke sah ich schließlich noch eine Kiste stehen mit der Aufschrift „Tristans-Tapes“. Ich konnte mich erinnern, dass meine Schwester Marie mir damals erzählt hatte wie Tristan ihre Gruppentreffen immer aufgezeichnet hatte. Wir haben uns darüber immer lustig gemacht. Das mussten die Tapes sein.
Ich zog die Kiste hervor und öffnete sie. Die Tapes waren mit Datum beschriftet. Das letzte Tape stammte vom 6. November 2007 – der Tag vor dem Autounfall meiner Schwester. In meinem Magen begann es zu rumoren als ich dieses Datum las. Das konnte doch kein Zufall sein. Ich wischte meine Bedenken beiseite und schnappte mir das Tape. Nachdem ich alles wieder an Ort und Stelle gerückt hatte, sah ich zu dass ich nach Hause kam um mir so schnell wie möglich dieses Tape anzuhören…

06. November 2007
Tristan und Frank saßen noch beisammen und ließen die wöchentliche Freitagssitzung zu zweit ausklingen. Die „Clique“ bestand aus Tristan und Jack – den beiden Brüdern, Frank und Marie. Heute waren alle besonders unruhig und gereizt gewesen. Es war die Nachbesprechung ihres Halloweenstreiches gewesen bei dem leider nicht alles so gelaufen war, wie geplant. Statt eines harmlosen Streiches den sie an ihrem Schulhausmeister geplant hatten, gab es nun eine Mordanzeige am Titelblatt.

„Sie wird uns alle verraten!“, Frank schlug mit der Faust auf den Tisch und versuchte die Aufmerksamkeit seines Gegenübers zu gewinnen.
„Dafür gibt es drei ganz einfache Gründe! Erstens ist sie eine sauschlechte Lügnerin. Zweitens war sie von Anfang an gegen diesen Halloweenstreich und drittens ist ihr Vater der Leiter der Mordkommission! Sag mal brauchst du noch mehr Gründe?! Wir müssen verhindern das die Kleine redet und zwar besser noch heute als morgen!“
Tristan sah das ganze wohl etwas entspannter. Er fuhr sich bedächtig durch die Haare und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Ein paar Minuten ließ er die Sätze auf sich wirken und schien nachzudenken, doch kurz bevor Frank zu explodieren drohte ließ er sich zu einer Antwort herab.
„Ja, mit Marie könntest du recht haben. Sie wird zu einer Gefahr. Wir sollten sie wohl besser ausschalten. Sehr schade, solch ein vergeudetes Talent. Es muss jedoch aussehen wie ein Unfall und niemals darf der Verdacht auf uns fallen. Kriegst du das hin?“
Franks Lippen verzogen sich zu einem hinterhältigen Lächeln. Er hatte Marie nie recht leiden können, erst recht nicht seit Jack mit ihr zusammen war. Für ihn würde es eine Genugtuung sein sie auszuschalten. Er hatte auch schon einen Plan… Er würde das ganze nach einem Autounfall aussehen lassen.

Oktober 2020
„So, nun hast du also das Tape gehört und weißt Bescheid, dass meine Schwester nicht bei einem Autounfall umgekommen ist, sondern kaltblütig ermordet wurde.“, sprach nun wieder der Thomas weit unter der Erde im selbst-gebuddelten Keller in dem er schon seit Jahren lebte.
Jo saß immer noch recht ruhig auf dem Sofa, in ihrer Hand das bereits nachgefüllte Weinglas und hörte aufmerksam zu.
„Das ist eine tragische Geschichte, jedoch immer noch keine Erklärung für die 5 Zeitungsberichte wo in jedem einzelnen ein Serienmörder gesucht wird.“, Jo wollte weiterhin Erklärungen und ließ sich nicht von traurigen Geschichten einhüllen.
„Eine Erklärung?“, Thomas lachte. „Nachdem ich dieses Tape fertig gehört hatte, war ich außer mir. Mein Leben hatte seinen Tiefpunkt schon längst erreicht, weshalb es mir egal war wie es sich weiter entwickelte. Ich wollte das alle die in diese Sache verwickelt waren – Tristan, Frank und auch Jack, ebenso viel Leid erfahren sollten, wie unsere Familie ihretwegen bereits erfahren hat. Daher schmiedete ich einen Plan. Sie sollten Ängste ausstehen, leiden und nicht mehr wissen wie sie überhaupt in all das hineingeraten waren. Betteln sollten sie und mich anflehen. Als 2 Monate später mein Vater starb, hatte ich auch niemanden mehr um den ich mich kümmern musste. Mein Leben war mir nichts mehr wert, ich konnte tun und lassen was ich wollte und brauchte auch niemandem mehr Rechenschaft abzulegen. Daher begann ich jedes Jahr am gleichen Tag an dem auch meine Schwester gestorben ist, einen der drei zu töten. Ich überlegte mir dabei ein ganzes Jahr im Voraus auf welche Weise ich es anstellen sollte damit sie dabei möglichst viel Angst ausstehen müssten. Da jedoch 3 Jahre eine lange Zeit sind, wurden mir während dieser Zeit auch noch 2 weitere Morde in die Schuhe geschoben die zum Täterprofil „gefährlicher Serienmörder“ passten und für die man bis dato keinen anderen Täter gefunden hatte.
Ich bin daher in der Öffentlichkeit nun insgesamt für 5 Morde verantwortlich. Das ist jedoch nicht wahr. Tatsächlich sind es nur drei und diese wurden von mir aus einem sehr triftigen Grund erledigt. Abgesehen davon bin ich ein überaus friedlicher, selbstloser, sozialer und hilfsbereiter Mitmensch – dazu können sie das gesamte Dorf befragen! Keiner konnte fassen was man schließlich über mich in der Zeitung schrieb.
Ob das für dich nun genug Erklärung ist oder nicht – es ist mir gleich. Ich hab es auf alle Fälle satt hier alleine zu leben. Seit 6 Jahren fast ausschließlich in diesem Keller zu hausen ist zermürbend.“, beendete Thomas seine Ansprache.
Jo musste das erst einmal verarbeiten. Dazu brauchte sie vor allem Zeit – sie konnte nicht auf so einer Geschichte eine Antwort ohne Bedenkzeit geben.
„Okay. Das muss ich jetzt erstmal verdauen. Ich verstehe ihre Wut und ihre Handlungen sehr gut. Sie hätten das Tape aber genauso gut zur Polizei bringen können. Dazu sind keine Morde nicht nötig. Rache und Gewalt ist niemals die richtige Lösung. Damit helfen sie niemanden. Damit haben sie sich nur selbst das Leben schwerer gemacht.
Aber mal abgesehen von meiner Meinung zu dem Ganzen. Was wollen Sie überhaupt von mir, wenn ich sie jetzt nicht verpfeifen würde?“
Thomas erwiderte ihren Blick einige Augenblicke, war es aber leid sich zu Rechtfertigen. Es waren 6 Jahre vergangen, in denen er in diesem Keller dahinvegetierte. Er wusste selbst, wie er es hätte besser machen können. Leider weiß man das immer erst später.
„Es würde mich freuen, wenn du in dieses Haus einziehst. Es gibt hier weit und breit keine Nachbarn und es kommt auch selten jemand der während seines Spazierganges an diesem Haus vorbeischaut. Das Haus ist groß und es wäre groß genug für uns beide. Ich habe ein wenig recherchiert und es scheint als wärst auch du ein Einzelgänger. Hin und wieder ein Abendessen gemeinsam würde mir nichts ausmachen – ich bin auch ein guter Koch. Sofern du die Einkäufe übernimmst würde ich mich als sehr nützlich erweisen. Ich kann diese dunklen Räume nur einfach nicht mehr ertragen und möchte endlich wieder ans Tageslicht! Was sagst du?“
Nun war Jo doch etwas überfordert. Das hatte sie nicht erwartet. Zusammen mit Thomas in dem Haus leben, obwohl sie sich doch eigentlich so sehr auf die Einsamkeit gefreut hatte? Andererseits ein bisschen Gesellschaft konnte ihr nicht schaden und auch wenn sie sich mit einem Mörder zusammentat – sie hatte schon immer an das Gute im Menschen geglaubt und an ihr Bauchgefühl. Und das sagte eindeutig das der Einzug eine gute Idee war!
„Ja! Ich möchte einziehen!“, sagte sie daher überzeugt zu Thomas und hielt im lächelnd das Weinglas entgegen.

————————————————————————————————————

Die restlichen Schreibthemen für den November:

  • Grauer, kalter Regentag, zu welchem Buch greifst du? Stelle es kurz vor und mache ein Foto davon!
  • Schreibe einen Brief an dein Ich in 10 Jahren.
  • Dein SuB, berichtet über deinen Leseerfolg von diesem Jahr. Er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

Elizzy von readbooksandfallinlove hat sich eine ganz tolle Aktion für Freitags ausgedacht (jede Woche gibt’s neue Texte/Geschichten/Gedichte zu immer anderen Themen) und ich versuche nun auch mir wöchentlich dafür Zeit zu nehmen, da ich mehr Raum für den kreativen Part meines Lebens schaffen möchte!

Ein angenehmes Wochenende!

Ein Gedanke zu “Wenn Horror zur Realität wird.. (3) [#Writing Friday]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.