Wenn Horror zur Realität wird.. (2) [#Writing Friday]

Schönen Freitag allerseits!

Heute kommen wir zum zweiten Teil meiner Schauergeschichte! Falls ihr euch vorher noch einlesen möchtet, dann geht’s HIER zum ersten Teil von letzter Woche 😉

Das heutige Thema: Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein:  Blut, Mordpläne, Spinnenweben, schaurig, Schock

Die letzte Minute war Jo vorgekommen wie eine halbe Ewigkeit. Ihr waren inzwischen bereits hundert Gedanken durch den Kopf gejagt und kein Einziger half ihr auch nur ansatzweise weiter oder würde ihr aus dieser aussichtslosen Situation helfen! Musste es mit ihr wirklich in einem Keller enden? Mitten im Nirgendwo, zusammen mit einem Mörder der sie blutrünstig abschlachten würde? Das war wahrhaftig nicht das Ende von dem sie geträumt hatte! Eigentlich hatte sie noch überhaupt von keinem Ende geträumt! Sie wollte in diesem Haus ihre innere Ruhe finden, stattdessen fand sie einen Serienmörder ausgestattet mit einem Messer voll Blut, der seltsamerweise – wie ihr eben erst auffiel, als sie sein Gesicht betrachtete – absolut nicht so aussah als würde er sie gleich aufspießen wollen…

„Den ganzen Tag habe ich schon auf dich gewartet! Ich habe für uns ein leckeres Huhn in den Ofen geschoben!“, in diesem Moment betrachtete er das Messer – verwundert, dass er es immer noch in der Hand hielt – und anschließend Jo’s vor Schock verzerrtes Gesicht.
„Oh entschuldige bitte! Das Messer habe ich bloß zum Zerteilen des Hühnchens verwendet – dabei ist wohl etwas zu viel Blut haften geblieben!“
Schnell legte er das Messer beiseite und warf ihr einen entschuldigenden Blick zu.
„Nach dem Haufen Zeitungsartikel die du gelesen hast, mache ich wohl keinen sehr vertrauenserweckenden Eindruck auf dich – erst recht nicht nach dem Anblick mit dem Messer. Ich wollte eigentlich einen besseren Start mit dir…“, fing er an. Jo wusste nicht wie sie reagieren sollte.
„Ein Huhn? Im Ofen? Welcher Ofen?“ Das war das einzige was Jo in diesem Moment über die Lippen brachte.

„Welcher Ofen! Was für eine fantastische Frage! Um Sie dir zu beantworten wäre es am einfachsten wenn du mir hinter diese Tür folgen würdest“, er deutete auf die Geheimtür durch die er wenige Minuten zuvor gekommen war. Er bemerkte ihren skeptischen Blick und fügte schnell hinzu: „Ich verspreche dir, ich hege keinerlei Mordpläne und wenn du wüsstest was die Hintergründe meiner vergangenen „sogenannten Morde“ waren würdest du auch jetzt nicht vor Angst schlottern. Merk dir eins: Durch einen Zeitungsartikel erfährst du niemals die ganze Wahrheit. Es verbirgt sich immer mehr hinter der Story. Genauso wie hinter meiner. Traust du dich also mir zu folgen? Oder bist du zu feig? Rennst lieber davon, erzählst deinem Bruder von dem seltsamen Kerl im Keller und gehst anschließend zur Polizei?“, der Mann sah Jo für ein paar Sekunden tief in die Augen bevor er sich abwandte und hinter der Tür verschwand.
Unschlüssig was Sie nun weiter tun sollte verharrte Sie Mitten im Raum. Die Option einfach wegzurennen war verlockend, schließlich könnte ihr der Typ genauso gut etwas vorlügen um sie in sein Folterkämmerchen zu locken. Es fiel Jo jedoch sehr leicht Menschen zu vertrauen und hier hatte sie das Gefühl, dass weglaufen die falsche Option wäre. Dieser Kerl hatte ein Geheimnis – das war offensichtlich – und Jo war zu neugierig herauszufinden was er verbarg. Vorsichtig näherte sie sich daher der Geheimtür und dem schummrigen Licht dahinter.

Hinter der Tür ging sie zuerst einen kurzen Gang entlang der schließlich in einen großen Raum mündete. Jo konnte sehen das daraus zwei weitere Gänge verliefen. Sie stand hier nämlich in einer Art unterirdischem Tunnelsystem, das schon lange keinen Besen mehr von Innen gesehen hatte. Sie musste sich daher bei jedem zweiten Schritt bücken um nicht geradewegs in die Spinnenweben zu laufen.
„Entschuldige den ungemütlichen Eintritt. Ich bin Gäste nicht gewohnt, wie du dir vielleicht denken kannst. Aber da du dich entschlossen hast, mir tatsächlich bis hierher zu folgen möchte ich mich erst einmal bei dir vorstellen. Ich bin Thomas Reytal.“, er reichte ihr auffordernd die Hand.
Jo zögerte kurz, packte ihre Sorgen aber schließlich weg und ergriff die Hand von Thomas. Sie war zu weit gekommen, um jetzt doch noch einen Rückzieher zu machen. „Jo Kraming.“, erwiderte sie.
„Also Thomas, ich bin – wie du sagtest tatsächlich bis hierher gekommen. …und jetzt sehe ich hier eine komplett eingerichtete Küche. Nachdem es noch mehr Räume zu geben scheint, wird es wohl auch noch weitere Möbel geben. Hast DU das alles hier runtergeschleppt? …wohnst du etwa hier?“, Jo lief es schaurig kalt den Rücken runter. Was wenn sie vorhin nicht nach unten in den Keller gegangen wäre? Wenn sie nun eingezogen wäre ohne eine Ahnung von all dem zu haben, was unter ihren Füßen passierte!
„Okay, ich werde dir jetzt alles erzählen, von Anfang bis zum Ende und dann kannst du entweder dieses Haus verlassen, mich anzeigen, was auch immer oder du hörst dir meinen Vorschlag an und wägst das für und wieder ab – in Ordnung?“, während er das sagte schenkte er für sich und Jo ein Gläschen Wein ein und reichte ihr eines davon.
„Dann lass mal hören“, Jo machte es sich auf dem Sofa gemütlich und langte nach dem Glas. Thomas nickte erfreut, ließ sein Glas an ihrem erklingen und begann seine Geschichte zu erzählen…

Fortsetzung folgt…

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Restliche Schreibthemen für den Oktober!

  • Graf Dracula kriegt Besuch von Frankenstein, berichte davon. Welche Pläne schmieden sie? Worüber diskutieren sie?

Elizzy von readbooksandfallinlove hat sich eine ganz tolle Aktion für Freitags ausgedacht (jede Woche gibt’s neue Texte/Geschichten/Gedichte zu immer anderen Themen) und ich versuche nun auch mir wöchentlich dafür Zeit zu nehmen, da ich mehr Raum für den kreativen Part meines Lebens schaffen möchte!

Ein angenehmes Wochenende!

4 Gedanken zu “Wenn Horror zur Realität wird.. (2) [#Writing Friday]

  1. Liebe Carmen,
    sehr interessanter Plottwist! Ich bin gespannt auf die Fortsetzung… Hast du den südkoreanischen Film „Parasite“ gesehen? Falls nicht, möchte ich dich nicht spoilern, sondern lediglich anmerken, dass mich dein Text daran erinnert. 😉

    Liebe Grüße
    Alina

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